Das Verpackungsrecycling muss optimiert werden – aber wie? Die Sonderarbeitsgruppe RESAG stellt Forderungen

Das Verpackungsrecycling muss optimiert werden – aber wie? Die Sonderarbeitsgruppe RESAG stellt Forderungen

Kunststoffe haben eine Vielzahl positiver Verpackungseigenschaften. Zum Beispiel ermöglichen sie bei nur wenig Materialeinsatz und -gewicht einen hohen Produktschutz. In Deutschland werden jährlich ca. 14 Mio. Tonnen Kunststoff (nicht nur für Verpackungen) verarbeitet. Leider werden bisher aber nur 14% der Primärrohstoffe durch Rezyklat substituiert. Das ist im Vergleich zu anderen Werkstoffen, wie z.B. Glas, sehr wenig und soll sich in Zukunft steigern.

Mit diesem Ziel haben die Umweltminister*innen und Umweltsenator*innen Ende 2020 die Sonderarbeitsgrupppe „Rezyklateinsatz stärken“ (RESAG) ins Leben gerufen. Nach über einem Jahr Projektzeitraum wurden am 16. Mai 22 die Arbeitsergebnisse bekannt gegeben und zur Diskussion gestellt. Bei einer Beteiligung von über 120 (Fach-) Expert*innen wurden die dringlichsten Aspekte zur Förderung des Rezyklateinsatzes analysiert und insgesamt 70 konkrete Forderungen bzw. Lösungen erarbeitet. Letztere sollen in die weitere Diskussion auf nationaler und europäischer Ebene einfließen und in der Gesetzgebung Berücksichtigung finden.

Auch BellandVision hat in drei der vier Arbeitsgruppen aktiv mitgewirkt. Aus der mehrheitlichen Sicht der RESAG sind dabei die folgenden zehn Forderungen von besonderem Interesse:

  1. 1. Die Einführung einer rechtsverbindlichen und bundesweit einheitlichen Wertstoffsammlung
  2. 2. Die Schaffung von Reallaboren für Innovationen und Weiterentwicklung von Förderprogrammen
  3. 3. Phase-out von nicht bzw. schwer recyclingfähigen Kunststoffen
  4. 4. Weiterentwicklung und Ausbau des Förderungsschwerpunkts Kunststoffrezyklat, Vernetzung der Forschungsakteure, Stärkung des Wissenstransfers
  5. 5. Mehr Rezyklateinsatz durch eine/die Verbesserung im Bereich der Standardisierung und Anwendung von Standards und somit der Rechtssicherheit für Wirtschaftsakteure
  6. 6. Stärkung des Rezyklateinsatzes durch die öffentliche Beschaffung
  7. 7. Stärkere Anerkennung der Kreislaufwirtschaft als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und eine eingehende Untersuchung von Möglichkeiten und Grundlagen, durch die eine CO2-Gutschrift beim Einsatz von PCR-Materialien (ggf. auch PIR) erFolgen kann
  8. 8. Digitalisierung und Big Data in der Kreislaufwirtschaft
  9. 9. Einführung einer EU-weiten Mindestrezyklateinsatzquote
  10. 10. Unterstützung der Wirtschaftsakteure im Umgang mit Schadstoffen in Kunststoffen
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Die vollständigen Inhalte der „Best-of-Forderungen“ sowie weitere Postulate, wie z.B. die einheitliche Verwendung der kostenlosen Trennhinweise, finden Sie im RESAG-Abschlussbericht.