Mit den Beteiligungsentgelten, die Hersteller an die dualen Systeme in Deutschland bezahlen, wird bundesweit die Sammlung, Sortierung und Verwertung gebrauchter Verpackungen finanziert. Das heißt, steigen die Kosten auf der Entsorgungsseite bei gleichbleibenden oder sogar sinkenden Beteiligungsmengen, hat das höhere Beteiligungsentgelte für jede einzelne Verpackung zur Folge.
Am Markt der dualen Systeme ist aktuell folgendes Paradoxon zu beobachten: Auf der einen Seite steigen die LVP-Erfassungsmengen (Gelber Sack/Gelbe Tonne) um ca. 5,2 % (vgl. EUWID, 02.07.2024), was höhere Kosten für die Erfassung sowie die nachgelagerten Sortier- und Verwertungsprozesse zur Folge hat. Andererseits wurden für das dritte Quartal 2024 ca. 19.000 Tonnen weniger Verpackungen im Vergleich zum Vorjahr am dualen System beteiligt. Das heißt, es müssen höhere Kosten auf weniger beteiligte Verpackungen verteilt werden. Klingt komisch?! Für uns auch. Deshalb gehen die dualen Systeme den Ursachen für diese gegenläufigen Entwicklungen auf den Grund.
Das ist aber noch nicht alles. Auch bei den aktuellen Erfassungsausschreibungen für die Jahre 2025 – 2027 zeichnet sich ebenfalls ein deutlicher Kostensprung (25 % - 30 %) ab. In einigen Erfassungsgebieten wurde der Vergabeprozess deshalb sogar gestoppt und Kalkulationen angefordert.
Ein Blick in die Glaskugel ist bei den aktuellen Marktentwicklungen nicht notwendig, und es muss damit gerechnet werden, dass die Kosten für die Beteiligung am dualen System für 2025 weiter steigen werden.